Was sind Probiotika?
Probiotika sind lebende Mikroorganismen. Viele unterschiedliche Bakterienarten werden direkt nach der Geburt aus der Umwelt oder durch Nahrung aufgenommen und siedeln sich als natürliche Darmflora im Magen-Darm-Trakt an. Mit probiotischen Arzneimitteln werden Bakterien oder Hefen eines bestimmten Stammes eingenommen. Sie unterstützen die natürliche Darmflora bei ihren wichtigen Aufgaben und helfen, ein stabiles Gleichgewicht zwischen den vielen Mikroorganismen herzustellen. Gleichzeitig verfügen bestimmte Bakterien (z.B. E. coli Stamm Nissle 1917, der Wirkstoff von Mutaflor) über stammspezifische Eigenschaften, die in der Behandlung von Darmerkrankungen sehr nützlich sind.
Was unterscheidet probiotische Arzneimittel von probiotischen Lebensmitteln?
Damit in Deutschland ein Produkt als Arzneimittel zugelassen wird, muss der Nachweis über Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Sicherheit erbracht werden. Besteht der Wirkstoff aus lebenden Mikroorganismen, werden besonders hohe Ansprüche an die Sicherheit für den Patienten gestellt. Erst dann kann ein solches Präparat bei Erkrankungen überhaupt eingesetzt werden. Probiotische Lebensmittel sind nicht zur gezielten Behandlung von Krankheiten vorgesehen, sondern ausschließlich zur Ernährung. Sie unterliegen daher nicht den strengen Vorschriften wie probiotische Arzneimittel.
Wann ist der Einsatz von probiotischen Arzneimitteln sinnvoll?
Probiotische Arzneimittel werden bei chronischen Darmerkrankungen eingesetzt.
Beispiele sind funktionelle Erkrankungen wie Durchfall, Verstopfung und Blähbauch im Sinne eines Reizdarms.
Zusätzlich wird das probiotische Arzneimittel Mutaflor insbesondere bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
wie der Colitis ulcerosa erfolgreich angewendet. Einzelheiten zur Therapie mit Mutaflor können Sie mit Ihrem
Therapeuten besprechen.
Die physiologische Darmflora ist am Aufbau und Training des körpereigenen Abwehrsystems beim Menschen
entscheidend beteiligt. Probiotische Arzneimittel halten Ihre Darmflora gesund und stärken Ihre körpereigenen
Abwehrkräfte. Sie können diesen Effekt als Vorbeugung gegen viele Erkrankungen nutzen.